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05.10.2026

Ja, auch 2026 bleiben viele Stellen schwer zu besetzen. Die Fachkräfteengpassanalyse zählt 157 Engpassberufe, vor allem in Pflege, Bau und Handwerk. Wirksam sind drei Hebel: regionale Personalvermittlung und Zeitarbeit, die Anerkennung ausländischer Qualifikationen und gezielte Weiterbildung im eigenen Betrieb.
Kurz gesagt:
- Regionale Zeitarbeit und personalisierte Ansprache sind kurzfristig die effektivsten Mittel, um offene Stellen in stark nachgefragten Branchen zu besetzen.
- Der Fachkräftemangel betrifft vor allem Pflege, Bau und technische Berufe, wobei die Besetzungszeiten je nach Beruf und Region stark variieren.
- Die wichtigsten Ursachen für schwer zu besetzende Stellen sind Qualifikations-Mismatch, demografischer Wandel und unattraktive Arbeitsbedingungen.
- Internationale Rekrutierung über Anerkennungspartnerschaften bietet Optionen, Fachkräfte aus Drittstaaten schnell im Betrieb einzusetzen.
- Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial ist groß, da fast 3,2 Millionen Menschen grundsätzlich arbeitsfähig sind, aber oft nicht aktiv nach Stellen suchen.
Die Zahlen zeigen ein differenziertes Bild. Im ersten Quartal 2025 gab es bundesweit rund 1,18 Millionen offene Stellen, so die IAB-Stellenerhebung. Die Relation zwischen Arbeitslosen und offenen Stellen fällt regional sehr unterschiedlich aus: Im Osten kommen auf 100 offene Stellen 367 Arbeitslose, im Westen sind es 258. Das heißt, Engpässe sind kein bundesweit einheitliches Phänomen, sondern hängen stark vom Standort ab.

Gleichzeitig wächst das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial. Laut Destatis lag es 2025 bei knapp 4,9 Millionen Personen, davon etwa 1,7 Millionen Arbeitslose und 3,2 Millionen in der sogenannten Stillen Reserve. Dieses Potenzial bleibt vielerorts ungenutzt, weil Qualifikationen, Erwartungen und offene Stellen nicht zueinanderpassen.
Besonders betroffen sind:
Wer die eigene Vakanz einordnen will, kommt nicht an regionalen und berufsspezifischen Daten vorbei. Eine Stelle in Düsseldorf kann sich ganz anders verhalten als dieselbe Position im Osten der Republik.
Nicht jede unbesetzte Stelle hat dieselbe Ursache. Die Fachkräfteengpassanalyse zeigt, dass Engpässe berufsspezifisch, regional und niveauabhängig variieren. Wer das ignoriert, investiert oft am falschen Hebel.
Drei Faktoren spielen zusammen:
Der demografische Wandel wirkt sich langfristig weiter verschärfend aus, wie Destatis festhält. Eine konjunkturelle Entspannung ändert daran wenig, solange einzelne Berufe strukturell unterbesetzt bleiben. Für Unternehmen heißt das: An der Demografie lässt sich wenig drehen, an Arbeitsbedingungen und Rekrutierungswegen dagegen schon.
Wer eine offene Stelle hat, die sich seit Monaten nicht füllen lässt, sollte zuerst prüfen, ob es sich um einen echten Engpassberuf handelt oder um ein hausgemachtes Problem.
Indikatoren für eine echte Engpassstelle: Die Vakanz bleibt trotz mehrerer Ausschreibungen über drei Monate offen, Bewerbungen fehlen fast vollständig, oder die wenigen Bewerbenden erfüllen die Mindestanforderungen nicht. Trifft das zu, braucht es andere Mittel als eine weitere Stellenanzeige.
Nicht jede Maßnahme wirkt sofort. Deshalb lohnt sich eine klare Reihenfolge.
Kurzfristig wirken diese Schritte am schnellsten:
Mittelfristig lohnt sich der Blick nach innen: Weiterbildung und Umschulung bestehender Mitarbeitender füllen Lücken oft schneller als die externe Suche, ebenso wie Anreize für Mobilität zwischen Standorten.
International bietet die Anerkennungspartnerschaft einen praktikablen Weg: Fachkräfte aus Drittstaaten können bereits arbeiten, während ihr Anerkennungsverfahren läuft. Der erste Aufenthaltstitel gilt zunächst für zwölf Monate und ist verlängerbar. Die Bundesagentur für Arbeit verweist zudem auf Beratungspflichten und das IQ-Netzwerk, die diesen Prozess absichern, wie die Weisung zur Fachkräftesicherung festhält.

Digitales Recruiting ergänzt diese Schritte sinnvoll, etwa über gezieltes Targeting in Fachforen und spezialisierten Jobbörsen statt breiter Streuung.
Profi-Tipp: Kombinieren Sie kurzfristige und internationale Maßnahmen von Anfang an, statt erst nach gescheiterter klassischer Suche auf Alternativen umzusteigen.
Die Besetzungsdauer unterscheidet sich stark nach Berufsgruppe. Fachkräfte in Pflege und Handwerk benötigen oft deutlich länger als kaufmännische Positionen mit breiterem Bewerbungspool. Wer das bei der Budgetplanung ignoriert, unterschätzt häufig die tatsächlichen Kosten einer langen Vakanz.
Interne Rekrutierung bindet vor allem Zeit: Stellenanzeigen schalten, Bewerbungen sichten, Gespräche koordinieren. Diese Zeit kostet indirekt Geld, etwa durch Überlastung bestehender Teams oder entgangene Aufträge.
Typische Abwägungen:
Externe Unterstützung wird wirtschaftlich sinnvoll, sobald die Kosten einer unbesetzten Stelle, etwa durch Produktionsausfall oder Mehrarbeit im Team, die Vermittlungs- oder Verleihgebühr übersteigen.
Wir setzen bei schwer besetzbaren Stellen auf verschiedene Wege, um Unternehmen und Arbeitnehmer bestmöglich zusammenzubringen, unter anderem mit flexiblen Personalbedarfen und Möglichkeiten, Kandidaten im Arbeitsalltag kennenzulernen. Alle drei Formen unterliegen dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, das die Überlassungshöchstdauer regelt.
Regionale Betreuung bedeutet für uns kurze Wege: Wir kennen die Betriebe im Rhein-Ruhr-Gebiet und die Bewerbenden, die dort arbeiten möchten.
Persönliche, direkte Kommunikation entscheidet oft darüber, ob eine Stelle schnell oder gar nicht besetzt wird.
Wenn eine Vakanz seit Wochen offen bleibt oder internationale Rekrutierung infrage kommt, lohnt sich ein Gespräch, bevor der Engpass zum echten Problem wird.
Viele Unternehmen reagieren auf schwer besetzbare Stellen zuerst mit mehr Budget für Anzeigen. Das greift zu kurz: Die Daten zeigen, dass Engpässe berufsspezifisch und regional sind, eine teurere Anzeige ändert daran nichts, wenn der Bewerbermarkt schlicht leer ist.
Unterschätzt wird vor allem die Stille Reserve. Fast 3,2 Millionen Menschen zählen laut Destatis dazu, Personen, die grundsätzlich arbeiten könnten, aber aus verschiedenen Gründen nicht aktiv suchen. Wer nur auf aktive Bewerbende setzt, übersieht einen großen Teil des Potenzials.
Unsere Einschätzung: Priorität eins ist die schnelle Diagnose, ob eine Stelle wirklich zum Engpassberuf gehört oder ob interne Faktoren wie Gehalt oder Arbeitszeitmodell das Problem sind. Erst danach lohnt sich die Entscheidung zwischen eigener Suche, Zeitarbeit oder internationaler Rekrutierung. Wer diese Reihenfolge umdreht, verschwendet Zeit und Budget an der falschen Stelle.
— Alex

Wir bieten drei Wege zur Besetzung schwer zu findender Stellen: Arbeitnehmerüberlassung für flexible, kurzfristige Bedarfe, Personalvermittlung für unbefristete Festanstellungen und Try-and-Hire, wenn Sie Kandidatinnen und Kandidaten erst im Arbeitsalltag testen möchten. Welche Lösung passt, hängt von Ihrer Dringlichkeit und der Position ab: Bei akutem Personalbedarf empfiehlt sich Zeitarbeit, bei langfristigem Aufbau die Personalvermittlung.
Auf unserer Angebotsseite finden Sie die Übersicht zu allen Leistungen. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Ihre Vakanz länger offen bleibt als geplant.
Am stärksten betroffen sind Pflege- und Gesundheitsberufe, Bauberufe und Handwerk, laut der Fachkräfteengpassanalyse mit 157 Engpassberufen insgesamt. Die Lücke betrifft überwiegend Positionen auf Fachkraftniveau, weniger akademische Berufe.
Besonders gesucht sind Pflegekräfte, Handwerkerinnen und Handwerker in Elektro- und Sanitärberufen, Lkw-Fahrende sowie Mechatronikerinnen und Mechatroniker. Eine aktuelle Einordnung gefragter Berufe liefert auch diese Analyse.
Die Dauer hängt stark von Beruf und Region ab, Pflege- und Handwerksstellen benötigen oft länger als kaufmännische Positionen. Eine verlässliche pauschale Zeitangabe gibt es nicht, da die Besetzungszeit von der regionalen Arbeitslosen-Stellen-Relation abhängt, die laut IAB-Stellenerhebung stark schwankt.
Ja, die Anerkennungspartnerschaft erlaubt es, Fachkräfte aus Drittstaaten bereits zu beschäftigen, während ihr Anerkennungsverfahren läuft. Der erste Aufenthaltstitel gilt zunächst für zwölf Monate und kann verlängert werden.
Wir vermitteln Fachkräfte über Arbeitnehmerüberlassung, Personalvermittlung und Try-and-Hire im Rhein-Ruhr-Gebiet. Details zu den einzelnen Leistungen finden Sie auf unserer Angebotsseite.
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